16.02.2011 - Gemeinde/ Stadt
Pucher überzeugt CDU
Kandidat will Einnahmen erhöhen und Ausgaben reduzieren - Reaktionen auf die sich verändernde Bevölkerung als Schwerpunkt im Programm
Einstimmig bestätigte die Mitgliederversammlung der CDU Staufenberg in der „Ratsschänke“ den unabhängigen Dennis Pucher als ihren Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters. Christian Lemmer, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Staufenberg, begrüßte Pucher und den Spitzenkandidaten der CDU, Wilfried Schmied, die Vertreter der Freien Wähler und der FDP. Er zeigte sich erfreut, dass mit Hans Fink und Claus Waldschmidt auch Vertreter der Staufenberger SPD der Einladung gefolgt waren.
Lemmer erklärte, dass man Pucher für einen hervorragenden Kandidaten halte. Viele würden sich sicherlich fragen, warum jemand den Posten des Bürgermeisters übernehmen solle, der nicht von hier sei. Genau das sei aber notwendig, stellte Lemmer fest. „Jemand, der objektiv die Situation in Staufenberg begutachtet und Maßnahmen ergreift. Jemand, der nicht in alteingesessenen Strukturen verhaftet ist, sondern unabhängig und parteiübergreifend für das Wohl der Stadt entscheidet. Jemand, der als Geschäftsführer des Regionalmanagements Gießener Land wichtige Erfahrungen aus der Praxis mitbringen kann.“
Er sei davon überzeugt, dass nur ein starkes Bündnis aus Freien Wählern, FDP und CDU mit Dennis Pucher als Bürgermeister Staufenberg in eine bessere Zukunft führen könne. Die SPD-geführte Regierung hätte ihre Chance gehabt und sie nach dem Erachten der CDU verspielt. „Es muss endlich Schluss sein mit der Politik auf Pump“, forderte der CDU-Vorsitzende.
Man wolle nicht gerne als Partei gelten, die nur kritisiere. Es erscheine gerade als Opposition einfach, grundsätzlich gegen alles zu sein. „Wir wollen vielmehr die Bürger darauf aufmerksam machen, dass etwas sehr schief läuft! Und dass Die Bürger alleine die Möglichkeit haben, etwas mit Ihrer Stimme zu verändern“, erklärte Lemmer und wies darauf hin, dass die CDU Staufenberg Kommunalpolitik mache, nicht abhängig von der Bundes-CDU.
Wilfried Schmied nutzte die Gelegenheit, um erneut auf die Finanzlage der Stadt zu sprechen zu kommen. Man spreche hier von Finanzen, die keine Spielräume mehr zuließen, wenn man es nicht schaffe, in fünf bis sechs Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Es sei, so Schmied, ein großer Fehler gewesen, die Weisungen der Kommunalaufsicht durch den Landkreis und das Regierungspräsidium nicht im Parlament öffentlich zu thematisieren. Er sei der Überzeugung, dass man die finanzielle Lage in den Griff bekommen könne. Dazu sei ein langsames Verändern der Strukturen nötig, dies unter Mithilfe durch die und mit dem Verständnis seitens der Bürger. Eine „große Koalition der Vernunft“ solle in der Stadtverordnetenversammlung den Bürgermeister unterstützen und es sollten keine „Grabenkämpfe“ ausgetragen werden.
Schließlich ergriff auch der frisch gekürte Kandidat Dennis Pucher das Wort und stellte sich als Person und die Schwerpunkte seiner Politik im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister vor. Ein Thema sei der demografische Wandel. Es sei ein Fortschritt, dass die Menschen älter würden, der jedoch Probleme mit sich bringe.
Rollatorenfreundlichkeit und Barrierefreiheit sind laut Pucher Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. „Wir werden weniger“, dieser Tatsache müsse man sich stellen. In diesem Zusammenhang wies er auf das Thema Leerstandsmanagement hin. Dabei müsse man nicht nur auf bereits leer stehende Gebäude achten, sondern auch mögliche künftige Leerstände im Auge behalten. „Wir werden bunter“, stellte er weiter fest. Man werbe um hoch qualifizierte Migranten, es gelte aber dabei, ihnen die Integration zu ermöglichen.
Die Infrastruktur in Staufenberg sei hervorragend aufgestellt und müsse erhalten werden. Hier sei ehrenamtliches Engagement gefordert. Im Hinblick auf die Finanzen müsse man sich wieder Handlungsspielräume schaffen. Als Themen der Zukunft sah Pucher die Versorgung mit Breitbandanschluss im ländlichen Raum, hier gerade für den Stadtteil Treis. Statt wie bislang berufliche Mobilität einzufordern, gehe jetzt der Weg hin zur Arbeit von zu Hause aus. Auch über erneuerbare Energien müsse man sich Gedanken machen, hier stelle sich die Frage, wie man dabei interkommunal zusammenarbeiten könne. Eine Kommune allein schaffe es nicht, man müsse sich vernetzen. Weiterhin wolle er die Verkrustung der Parteienstrukturen aufbrechen und „die Bürger mitnehmen“, um zusammenzuarbeiten. Zur Frage, wie er das Defizit der Stadt Staufenberg handhaben wolle, erklärte Dennis Pucher, man müsse die Einnahmen erhöhen und die Ausgaben reduzieren, also eine Neuverschuldung erst mal verhindern. Dabei gelte es, die bereits ansässigen Unternehmen zu stärken und neues Gewerbe anzusiedeln. Auch der Tourismusförderung maß er einen hohen Stellenwert zu. Er sei ein großer Fan interkommunaler Zusammenarbeit, bekannte Pucher.
Erschienen 17.02.11 (dge / Gießener Anzeiger)
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Schlagworte: Mitgliederversammlung